Inkontinenz: Standards in der Pflege

Harn- und Stuhlinkontinenz ist für den Betroffenen eine unangenehme Diagnose. Nicht nur im Alter, auch als Folge von schweren Krankheitsverläufen oder nach einem Unfall kann der unkontrollierte Verlust von Harn und Stuhl auftreten. Ist der Patient zusätzlich noch pflegebedürftig, kommt auf die Pflegekraft ein entsprechender Mehraufwand zu.

Standard Systeme ist seit vielen Jahren Experte für die Pflege von Menschen und wir möchten Ihnen einen kurzen Überblick über die Standards bei Inkontinenz in der Pflege geben.

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Krankheitsbild Inkontinenz

Urologen, Neurologen oder Gynäkologen stellen vermehrt die Diagnose Inkontinenz bei ihren Patienten fest. Der Verlust von Körperflüssigkeiten hat jedoch nicht immer mit dem zunehmenden Alter zu tun. Vielmehr spielen eine Reihe von Ursachen eine Rolle, die letztendlich zu dem Krankheitsbild beitragen.

Durch Krankheit oder auch Vererbung kann es zu einer Inkontinenz kommen. Allerdings kann auch das eigene Verhalten die Krankheit begünstigen. Häufige Toilettengänge, ohne den Druck zu verspüren, gewöhnen die Blase an ein geringes Volumen, so dass Urin nicht mehr gespeichert werden kann. Im medizinischen Fachjargon ist von sechs verschiedenen Arten von Inkontinenz die Rede:

  • Belastungsinkontinenz: Harnverlust bei körperlicher Belastung, beim Lachen oder Niesen. Ursache ist ein schwacher Beckenboden, ein Harndrang ist vorher nicht spürbar.
  • Dranginkontinenz: Plötzlich starker auftretender Harndrang. Er ist kaum zu unterdrücken, deswegen kommt es zu einem unkontrollierten Abgang. Meist eine Folge von Demenz oder bei Tumoren.
  • Überlaufinkontinenz: Durch Fehlbildungen der Harnröhre, bei Prostataerkrankungen.
  • Reflexinkontinenz: Bei neurologischem Krankheitsbild und als Folge von Querschnittslähmungen.
  • Exaurethale Inkontinenz: Tritt bei Fehlbildungen auf.
  • Funktionelle Inkontinenz: Der Drang, die Blase zu entleeren, obwohl sie leer ist.

Inkontinenz kann aufgrund von unterschiedlichen Ursachen auftreten. Krankheiten, Erbprofile oder Unfälle können die Situation herbeiführen oder verschlechtern:

  • Altersinkontinenz
  • Nach einer Schwangerschaft
  • Durch die Senkung des weiblichen Beckens
  • Bei Krebserkrankungen
  • Bei starker körperlicher Anstrengung
  • Durch hohes Übergewicht
  • Regelmäßige Entzündungen der Blase
  • Durch Medikamente
  • Durch Prostataerkrankungen

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Inkontinenz in der Pflege: Standards im Umgang mit dem Patienten

Die vorgeschriebenen Expertenstandards bei Inkontinenz haben zum Ziel die Harnentleerung zu steuern. Neben der Förderung der allgemeinen Mobilität stehen als Standards bei Inkontinenz in der Pflege vor allem Versorgung und langfristig die Kompensation und Reduzierung im Vordergrund. Mit den Pflegemaßnahmen lässt sich der unkontrollierte Verlust sogar beseitigen.

In den Standards bei Inkontinenz in der Pflege sind verschiedene Schritte einzuhalten, um einen erfolgreichen Umgang zu erreichen und therapeutische Maßnahmen wirken zu lassen.

  1. Identifizierung der Inkontinenz

    Die medizinische Diagnose ist ein erster Schritt zum Erkennen einer Inkontinenz. Darüber hinaus führt ein Fragenkatalog, der zu den Standards der Inkontinenz gehört, ergänzend zur genauen Definierung. Für die pflegenden Kräfte ergeben sich aus den Antworten auch die Maßnahmen, die sie ergreifen müssen.

    • Verlieren Sie ungewollt Urin?
    • Bei welchen Tätigkeiten verlieren Sie Urin?
    • Tragen Sie bereits spezielle Einlagen, um den Urin aufzufangen?
    • Leiden Sie unter häufigem Harndrang?
    • Können Sie leicht wasserlassen?

    Ziel des Standards bei Inkontinenz ist es, die Kontinenz zu erhalten. Dabei darf es nicht zu einer Verschlechterung des Zustandes kommen, im Idealfall wird eine Verbesserung herbeigeführt. Erhaltung der Kontinenz bedeutet, dass der Betroffene in der Lage ist, an einem gewünschten Ort zu einer gewünschten Zeit die Blase zu entleeren. Liegt eine Inkontinenz vor, tritt der Harnverlust willkürlich auf.

  2. Struktur- und Prozesskriterien der Pflegeeinrichtung

    Um den Standard bei Inkontinenz erfolgreich umzusetzen, muss die Pflegeeinrichtung mitwirken und logistische Maßnahmen ergreifen.

    • Die Diagnose durch die Pflegekräfte muss fehlerfrei erfolgen.
    • Der Betroffene soll umfassend zu dem Thema beraten werden.
    • Fachkundige Pflegekräfte müssen hinsichtlich der Förderung der Kontinenz geschult werden.
    • Das Umfeld zur Kontinenzförderung muss gegeben sein.
    • Die Pflegeeinrichtung muss ausreichend Personal zur Verfügung haben.
    • In der Einrichtung müssen Hilfsmittel und Material zur Förderung der Kontinenz vorhanden sein.
  3. Struktur- und Prozesskriterien der Pflegekraft

    Die Pflegekraft selbst muss die fachlichen Voraussetzungen erfüllen, Inkontinenz zu erkennen, zu differenzieren und zudem nach den Standards für Inkontinenz die Kontinenz wiederherzustellen.

    • Anzeichen eines willkürlichen Harn- und Stuhlverlustes muss die Pflegekraft richtig deuten.
    • Mit Hilfe des Fragenkataloges und des medizinischen Bildes muss sie eine genaue Einschätzung abgeben können.
    • Die Planung des Pflegeprozesses erfolgt aus eigenem Fachwissen und aus eigener Kraft. Dabei müssen die Standards bei Inkontinenz umgesetzt werden.
    • Die Einführung von Maßnahmen, deren Evaluation und eventuelle Anpassung werden von der Pflegekraft vorgenommen.
     

Maßnahmen bei Inkontinenz

Die Durchführung erfolgt auf drei unterschiedlichen Ebenen. In manchen Fällen kann die Kontinenz mit Medikamenten oder einer operativen Behandlung hergestellt werden. Damit wäre das Pflegeziel erreicht und es müssen keine weiteren therapeutischen Maßnahmen ergriffen werden.

Die pflegerische Versorgung mit regelmäßigem Toilettentraining, einer umfassenden Beratung und der Ausstattung mit Hilfsmitteln wäre der zweite Schritt der Standards bei Inkontinenz. Nach einer vorgegebenen Therapiezeit werden die Fortschritte hinsichtlich der Ziele evaluiert. Im besten Fall ist das Pflegeziel erreicht.

Der letzte Schritt wäre eine physikalische Therapie. Dazu gehört spezielles Beckenbodentraining oder die Elektrostimulation. Anschließend erfolgt erneut eine Evaluation.

Standards bei Inkontinenz: Kontinenzprofile richtig behandeln

Ziel ist die Herstellung der Kontinenz. Dabei geschieht das Abgehen von Harn und Stuhl gewollt und willkürlich. Jedoch ist dies nicht immer der Fall. Bei den unterschiedlichen Kontinenzstufen müssen beim Auftreten bestimmter Merkmale neue Maßnahmen ergriffen werden. Bei den ersten Anhaltspunkten ist ein Ausscheidungsprotokoll ratsam, um einen Überblick über die Situation zu erhalten. Im Normalfall gehört das Erkennen des Kontinenzprofiles zur fachlichen Ausbildung von Pflegekräften. Wir möchten Ihnen dennoch eine kurze Zusammenfassung mitgeben:

Status der Kontinenz Merkmale Beispiele / Maßnahmen
Kontinenz Eigenständige Kontrolle über Harn und Stuhl Keine Hilfsmittel und personelle Unterstützung nötig
Unabhängig erreichte Kontinenz Selbstständige Durchführung von Toilettengängen, kein Verlust von Ausscheidungen Keine Hilfsmittel und personelle Unterstützung nötig
Abhängig erreichte Kontinenz Zustand nach regelmäßiger Durchführung von Toilettentraining. Harnverlust erfolgt nicht mehr willkürlich Toilettengänge werden zu bestimmten Zeiten mit personeller Unterstützung durchgeführt. Auch bei Kontinenz durch Katheter
Unabhängig kompensierte Inkontinenz Harnverlust erfolgt unwillkürlich. Hilfsmittel werden selbstständig angewandt Der Umgang mit Einlagen, Kondomurinalen etc. wurde durch die Pflegekräfte geschult und erfolgt eigenständig
Abhängig kompensierte Inkontinenz Personelle Unterstützung bei der Versorgung durch unwillkürlichen Harnverlust ist nötig Pflegekraft leistet Unterstützung bei der Versorgung mit Inkontinenzmaterial und bei Toilettengängen
Nicht kompensierte Inkontinenz Unwillkürlicher Harnverlust bleibt unbehandelt Der Betroffene ist noch nicht zur Einsicht gelangt und erhält deshalb keine Versorgung. Inkontinenz ist aufgrund von eingeschränkten geistigen Fähigkeiten nicht vermittelbar

Standards bei Inkontinenz: Hilfsmittel von Standard Systeme

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Bei allen Fragen rund um die Pflegebedürftigkeit und die Pflegehilfsmittelpauschale stehen wir Ihnen telefonisch zur Verfügung.

Hinweis

Alle Informationen auf dieser Seite sind ohne Gewähr, da sie gesetzlichen Änderungen unterliegen.

Die aktuellsten Gesetze und Informationen zum Thema Pflege beim Bundesministerium für Gesundheit finden Sie hier hier »