Anspruch auf den Pflegegrad 4 haben Personen, die sich nur noch in geringem Maß bewegen, ihre sozialen Kontakte zu Freunden, Familie oder anderen Heimbewohnern kaum mehr selbst organisieren können oder deren kognitiver Zustand aufgrund von Krankheiten eine eigenständige Lebensführung nur noch bedingt zulässt. Mit dem Pflegegrad 4 muss die Haushaltsführung meist komplett von anderen Personen übernommen werden, auch die Körperpflege und Nahrungsversorgung ist ohne Unterstützung nicht möglich.

Häufig leben Betroffene mit dem Pflegegrad 4 in einer stationären Betreuung. Wir geben Ihnen einen Überblick, welche Sach- und Pflegeleistungen Sie bei Pflegegrad 4 erhalten und welche Bedingungen erfüllt werden müssen.

Inhalt

Voraussetzungen für Pflegegrad 4

In § 15 SGB XI ist geregelt, dass bei schwersten Beeinträchtigungen über mindestens sechs Monate der Anspruch auf Pflegegrad 4 besteht. Der Allgemeinzustand und die nur noch geringen Fähigkeiten des Pflegebedürftigen seinen Alltag eigenständig zu meistern, verlangen einen hohen Pflegeaufwand. Anhand der Richtlinien des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) bestimmt ein Punktesystem den Pflegegrad. Körperliche und geistige Erkrankungen sind dabei gleichgestellt.

Die Betroffenen sind nur noch in geringem Maß in der Lage, sich verständlich auszudrücken, ihre Mobilität ist eingeschränkt und die kognitiven Eigenschaften sind nicht mehr vollständig ausgeprägt. Auch von einem reflektierten Umgang mit Krankheiten und Therapien kann kaum die Rede sein. Nicht selten sind Betroffene mit dem Pflegegrad 4 bettlägerig oder auch in einem sehr fortgeschrittenen Stadium der Demenz.

Damit jedoch alle individuellen Bedürfnisse gedeckt sind und eine würdevolle Pflege möglich ist, steht diesen Menschen der Pflegegrad 4 zu, der finanziell deutlich entlastet.

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Beantragung

Direkt nach Abschluss Ihrer Bestellung leiten wir für Sie die Beantragung und Abrechnung bei der Pflegekasse ein. Sie brauchen sich um zu nichts kümmern.

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Sie erhalten monatlich Ihr PflegehilfeSet, das Sie bequem an Ihre Bedürfnisse anpassen können. Es gibt keine versteckten Kosten und keine Vertragsbindung.

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Leistungen bei Pflegegrad 4

Nach der Bewilligung des Pflegegrades 4 erhalten Betroffene eine größere Unterstützung als bei den bisherigen Pflegegraden. Sowohl die Geld- als auch die Sachleistungen werden den Einschränkungen angepasst. Die stationäre Pflege ist hierbei sehr wahrscheinlich, sodass auch die Leistungen dafür erhöht werden. Das Zweite Pflegestärkungsgesetz sieht dabei die Bedürfnisse der Pflegebedürftigen vordergründig. Der zeitliche und personelle Aufwand spielt bei der Bemessung keine Rolle.

Die Beantragung eines höheren Pflegegrades – beispielsweise von Pflegegrad 3 auf Pflegegrad 4 – kann demnach dann erfolgen, wenn Demenz oder andere Erkrankungen weiter fortschreiten.

Beratungsleistungen

Der unterstützende Hilfebedarf steigt mit den krankheitsbedingten Einschränkungen. So muss neben der Grundpflege und der Haushaltsunterstützung durch häufiges Umlagern Dekubitus vorgebeugt werden. Auch die Mobilisation zur Erhaltung der Fähigkeiten sollte verstärkt werden. Welche Leistungen Ihnen oder Ihrem Angehörigen zustehen, erfahren Sie in einer Beratung, die Sie einmal pro Halbjahr wahrnehmen können. Beantragen Sie anschließend den Pflegegrad 4 und er wird Ihnen nicht genehmigt, ist es sinnvoll, in Widerspruch zu gehen.

Unterstützende Leistungen

Neben der finanziellen Unterstützung steht den Betroffenen auch eine Alltagsbegleitung zu. Sie leistet Hilfestellung bei der Organisation von Arztterminen und Therapien. Ebenfalls vermittelt sie die Kontaktaufnahme zu Freunden und Familie und engagiert sich als Haushaltshilfe. Einkaufen oder Putzen gehören dabei zum Arbeitsbereich. Für Betroffene mit dem Pflegegrad 4 sind zudem Angebote von Betreuungsgruppen interessant, um die Interaktion und Beschäftigung zu fördern.

PflegehilfeSet

Pflegebedürftige Menschen haben einen hohen Verbrauch an Pflegebedarf. Ihnen stehen 40 Euro im Monat für einmalige Pflegehilfsmittel zur Verfügung. Standard Systeme bietet dafür das PflegehilfeSet an, in dem Sie individuelle Materialien zusammenstellen können, um sich und Ihre Angehörigen vor Infektionen zu schützen. Dazu gehören:

  • Mundschutz
  • Kleiderschürzen
  • saugende Betteinlagen
  • Fingerlinge
  • Flächendesinfektion
  • Hautdesinfektion
  • Einmalhandschuhe

Sie haben die Möglichkeit, das PflegehilfeSet im Rahmen der 40 Euro-Pflegehilfsmittelpauschale selbst zusammenzustellen und erhalten es jeden Monat bequem nach Hause geschickt.. Die Abrechnung mit dem Leistungsträger übernehmen wir für Sie.

Die Leistungen im Überblick:

Art der Leistung Höhe der Leistung
Pflegegeld 728 Euro / Monat
Pflegesachleistungen 1612 Euro / Monat
Kurzzeitpflege 1612 Euro / Jahr
Verhinderungspflege 1612 Euro / Jahr
Tages- und Nachtpflege 1298 Euro / Monat
Vollstationäre Pflege 1775 Euro / Monat
Entlastungsgeld 125 Euro / Monat
Pflegehilfsmittelpauschale 40 Euro / Monat
Hausnotruf 23 Euro / Monat
Zuschuss zu Wohngruppen 214 Euro / Monat
Anpassung des Wohnraumes 4000 Euro einmalig

Vorteile für die Beantragung

Mit einem Pflegegrad 4 ist die häusliche Pflege durch Angehörige kaum noch zu stemmen. Der dadurch entstehende höhere Leistungsanspruch ermöglicht eine Unterbringung in einer stationären Pflegeeinrichtung oder die dauerhafte Betreuung in einer Tagespflege. Dafür sind die finanziellen Leistungen angepasst an die Pflegesituation. Ein genehmigter Pflegegrad 4 ermöglicht somit eine bessere personelle Unterstützung für einen würdevollen Alltag. Die Optimierung der therapeutischen und medizinischen Maßnahmen dient der Erhaltung der Fähigkeiten und steigert das Selbstwertgefühl des Betroffenen.

Hinweis

Alle Informationen auf dieser Seite sind ohne Gewähr, da sie gesetzlichen Änderungen unterliegen.

Die aktuellsten Gesetze und Informationen zum Thema Pflege beim Bundesministerium für Gesundheit finden Sie hier hier »

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