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Pflegegeldstufen: alles Wissenswerte über Antrag, Leistungen und Auszahlung

Pflegebedürftigkeit tritt nicht immer erst mit zunehmendem Alter auf. Ein Unfall, eine plötzliche Krankheit oder Komplikationen nach einer schweren Operation können dazu führen, dass Menschen ihren Alltag nicht mehr selbstständig bewältigen können. Kognitive Einschränkungen oder Probleme in der Mobilität haben zur Folge, dass eine Pflegegeldstufe beantragt werden muss und Fachkräfte oder nahe Angehörige Hilfestellung leisten müssen.

Die Pflegegeldstufe – auch als Pflegegrad bekannt – kann bei der entsprechenden Pflegekasse beantragt werden. Ein Fachgutachter beurteilt nach einem System die Schwere und mit dem Gewähren wird anschließend ein monatliches Pflegegeld ausgezahlt. Zusätzliche Leistungen wie die Pflegehilfepauschale sind ebenfalls Bestandteil der Pflegegeldstufen. Bei uns erfahren Sie alles Wissenswerte über die Antragstellung, die Begutachtung und die zustehenden Aufwendungen.

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Definition Pflegegeld

Als Pflegegeld wird eine monatliche Sozialleistung der Pflegekassen bezeichnet. Gesetzlich verankert ist der Anspruch in § 37 SGB XI:

„Pflegebedürftige der Pflegegrade 2 bis 5 können anstelle der häuslichen Pflegehilfe ein Pflegegeld beantragen. Der Anspruch setzt voraus, dass der Pflegebedürftige mit dem Pflegegeld dessen Umfang entsprechend die erforderlichen körperbezogenen Pflegemaßnahmen und pflegerischen Betreuungsmaßnahmen sowie Hilfen bei der Haushaltsführung in geeigneter Weise selbst sicherstellt.“

Voraussetzungen und Anspruch zur Antragstellung

Sobald die Einschränkungen festgestellt werden, sollten Sie schnellstmöglich die Antragstellung angehen. Das kann im ersten Schritt formlos und schriftlich erfolgen. Wichtig für die Erteilung einer Pflegegeldstufe ist, dass innerhalb weniger Tage ein Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) die temporäre oder dauerhafte Pflegebedürftigkeit feststellen muss.

Damit ein Anrecht auf eine Pflegegeldstufe besteht, muss ein Pflegegrad zwischen 2 und 5 erteilt werden. Zudem muss der Patient zu Hause und nicht in einer Heimunterbringung gepflegt werden. Das bereitgestellte Pflegegeld dient der Aufwendung für selbstbeschaffte Hilfsmittel im Rahmen der häuslichen Pflege. Dazu zählen Inkontinenzmaterialien oder mobilitätsfördernde Geräte. Für Hilfsmittel zum einmaligen Gebrauch stehen dem Betroffenen 40 Euro Pflegehilfsmittelpauschale zusätzlich im Monat zu.

Einmal-Schutzschürzen
Menge wählen:
Händedesinfektion
Menge wählen:
Mundschutz

Mundschutz

50 St.

Menge wählen:
Flächendesinfektion
Menge wählen:
Einmalhandschuhe

Einmalhandschuhe

100 St.

Menge wählen:
Bettschutzeinlagen
Menge wählen:
Fingerlinge

Fingerlinge

100 St.

Menge wählen:

Begutachtungsassesement für die Pflegegeldstufen

Der Gutachter des MDK wird nach der Antragstellung den Pflegebedürftigen nach einem einheitlichen System beurteilen. Dazu sind vorgeschriebene Kriterien vorgesehen:

  • Modul 1: Mobilität gemäß § 14 Abs. 2 Nr. 1 SGB XI
  • Modul 2: kognitive und kommunikative Fähigkeiten gemäß § 14 Abs. 2 Nr. 2 SGB XI
  • Modul 3: Verhaltensweisen und psychische Problemlagen gemäß § 14 Abs. 2 Nr. 2 SGB XI
  • Modul 4: Selbstversorgung gemäß § 14 Abs. 2 Nr. 4 SGB XI
  • Modul 5: Erfüllen von krankheits- und therapiebedingten Anforderungen gemäß § 14 Abs. 2 Nr. 5 SGB XI
  • Modul 6: Alltagsleben und soziale Kontakte gemäß § 14 Abs. 2 Nr. 6 SGB XI

Die Gewichtung ist dabei unterschiedlich gelagert. Während die Mobilität 10 % beansprucht, sind für Alltagsgestaltung und die kognitiven Fähigkeiten 15 % veranschlagt. Den therapeutischen Maßnahmen werden 20 % zugesprochen und selbstversorgenden Fähigkeiten 40 %.

Die Begutachtung erfolgt nach einem Punktesystem. Je höher die Punktzahl am Ende ausfällt, desto höher der Pflegegrad. Das wirkt sich direkt auf die Pflegegeldstufe aus.

  • Pflegegrad 1: 12,5 bis unter 27 Punkte (geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit)
  • Pflegegrad 2: 27 bis unter 47,5 Punkte (erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit)
  • Pflegegrad 3: 47,5 bis unter 70 Punkte (schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit)
  • Pflegegrad 4: 70 bis unter 90 Punkte (schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit)
  • Pflegegrad 5: 90 bis 100 Punkte (schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen für die pflegerische Versorgung)

Leistungen der Pflegekasse

Mit der Erteilung des Pflegegrades steht auch die Pflegegeldstufe fest. Bei allen Pflegegraden werden unterschiedliche Leistungen gezahlt, die aus unterschiedlichen Modulen bestehen.

Pflegegrad

Pflegegeld

Pflegesachleistung

Teilstationäre Pflege

Vollstationäre Pflege

1

-

-

-

-

2

316 Euro

689 Euro

689 Euro

770 Euro

3

545 Euro

1298 Euro

1298 Euro

1262 Euro

4

728 Euro

1612 Euro

1612 Euro

1775 Euro

5

901 Euro

1995 Euro

1995 Euro

2005 Euro

Bei einer anerkannten Pflegegeldstufe wird das Geld direkt an den Betroffenen gezahlt und nicht an die pflegende Person selbst. Wie die Aufteilung anschließend erfolgt, kann individuell festgelegt werden. Die Zahlung der Leistung nach der Pflegegeldstufe steht nur denjenigen zu, die von nicht-professionellen Kräften betreut werden.

Ab dem Tag der Antragstellung hat der Pflegebedürftige das Recht, das Pflegegeld zu erhalten. In der Regel ist es am ersten Tag des Kalendermonats auf dem Konto. Die Praxis hat gezeigt, dass die Überweisung des ersten Pflegegeldes meist im darauffolgenden Monat rückwirkend erfolgt.

Tipp: Bei einer Pflegegeldstufe ist der Betroffene verpflichtet, sich monatlich beraten zu lassen. Die Inhalte der Gespräche können allgemeiner Natur sein oder persönliche Sorgen und Anliegen behandeln. Wird dieser Beratungspflicht nicht nachgekommen, kann die Pflegekasse die Leistung kürzen oder vollständig streichen.

  • Pflegegeldstufe 2 & 3: eine Beratung alle sechs Monate
  • Pflegegeldstufe 4 & 5: eine Beratung im Vierteljahr

Pflegegeld und Pflegegeldstufe auf einen Blick

  • Antrag muss sofort und zeitnah erfolgen
  • Pflegegeld wird gestaffelt ab Pflegegrad 2 gezahlt
  • Auszahlung des Pflegegeldes erfolgt nur bei häuslicher Pflege ohne professionelle Hilfe
  • Kein Pflegegeld für Heimbewohner
  • Ausnahmen: Verhinderungs- und Kurzzeitpflege
  • Verpflichtende Beratungen

Pflegehilfsmittelpauschale bei Pflegebedürftigkeit

Eine weitere und sehr wichtige Möglichkeit die Kosten der Pflegebedürftigkeit zu tragen, ist die Pflegehilfsmittelpauschale. Sie ist ein wichtiger Stützpfeiler der häuslichen Betreuung und im § 40 SGB XI verankert.

(1) Pflegebedürftige haben Anspruch auf Versorgung mit Pflegehilfsmitteln, die zur Erleichterung der Pflege oder zur Linderung der Beschwerden des Pflegebedürftigen beitragen oder ihm eine selbständigere Lebensführung ermöglichen, soweit die Hilfsmittel nicht wegen Krankheit oder Behinderung von der Krankenversicherung oder anderen zuständigen Leistungsträgern zu leisten sind. Die Pflegekasse überprüft die Notwendigkeit der Versorgung mit den beantragten Pflegehilfsmitteln unter Beteiligung einer Pflegefachkraft oder des Medizinischen Dienstes. Entscheiden sich Versicherte für eine Ausstattung des Pflegehilfsmittels, die über das Maß des Notwendigen hinausgeht, haben sie die Mehrkosten und die dadurch bedingten Folgekosten selbst zu tragen. § 33 Abs. 6 und 7 des Fünften Buches gilt entsprechend.

(2) Die Aufwendungen der Pflegekassen für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel dürfen monatlich den Betrag von 40 Euro nicht übersteigen. Die Leistung kann auch in Form einer Kostenerstattung erbracht werden.“

Unter pflegehilfeset.de haben Sie die Möglichkeit, Ihr monatliches Paket im Rahmen der Kostenerstattung zu bestellen. Dabei übernehmen wir gern die Abrechnung mit der Pflegekasse. Das Einzige, was Sie tun müssen, ist, sich für eines von sechs vorkonfigurierten Sets zu entscheiden oder sich Ihr Pflegehilfeset nach Ihren individuellen Vorstellungen zusammenzustellen. Dabei wählen Sie aus folgenden Inhalten:

  • Einmalhandschuhe
  • Kleiderschürzen
  • Saugende Bettschutzeinlagen zum einmaligen Gebrauch
  • Flächendesinfektion
  • Hautdesinfektion
  • Mundschutz
  • Fingerlinge

Die Pflegekasse übernimmt die Kosten in Höhe von 40 Euro im Monat in voller Höhe. Genießen Sie die Zeitersparnis – wir liefern Ihnen das Pflegehilfeset nach Hause.

Hinweis

Alle Informationen auf dieser Seite sind ohne Gewähr, da sie gesetzlichen Änderungen unterliegen.

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